Bei jeder neuen Version einer Anwendung ist das erste was einem Benutzer auffällt das User Interface kurz UI, also das Aussehen der Anwendung und die Möglichkeiten mit der Anwendung zu interagieren. Das ist natürlich bei Betriebssystemen nichts anderes. Auch Windows 7 enthält so einige Neuerungen im UI. Das meiste jedoch ist von Vista übernommen oder nur eine konsequente Weiterentwicklung des Vista UIs. ´
Windows Explorer
Keine Anwendung ist charakteristisch für Windows wie sein Explorer. So ist er doch die Anwendung von Windows mit dem jeder Windowsnutzer am meisten zu tun hat. So ist der Explorer mehr als nur ein Dateimanager. Taskleiste, Startmenü und im weitesten Sinne auch die Systemsteuerung spielen sich im Explorer ab.
Bibliotheken (Libaries)
Mit 7 wird es einen neue Art virtuelles Verzeichnis geben. Bibliotheken genannt. Es gibt Bibliotheken für Bilder, Dokumente, Musik und Videos. Jederzeit kann man aber auch eigene Bibliotheken erstellen. Was ist das nun? Eine Bibliothek ist im wesentlichen eine Sammlung von “echten” Ordnern auf der Festplatte. Klickt man einen solche Bibliothek an, dann bekommt man die Daten aller “echten” Ordner der Bibliothek angezeigt, als würde man einen einzigen Ordner öffnen. In so fern ist es dadurch möglich verwandte Ordner zusammenzufassen ohne sie gleich physisch zusammen legen zu müssen. Außer lokalen Ordnern kann man auch noch Netzwerkfreigaben in eine Bibliothek einbinden.
Nehmen wir also einmal an man hat zwei Computer mit drei Benutzern. In die Bibliothek Musik könnte man also seinen eigenen Musikordner, den des zweiten Benutzers auf dem eigenen PC und die Musik des Benutzers auf dem zweiten PC einfügen. Ein öffnen dieser Bibliothek würde es als einen einziges Verzeichnis anzeigen.
Federated Search
Bisher konnte der Windows Explorer nur die eigene Festplatte, Netzwerkfreigaben und mit Einschränkungen auch Dokumente durchsuchen. In Windows 7 wurde die Suche noch einmal deutlich verbesser. Jetzt kann sie nämlich dynamisch erweitert werden. Durch so genannte “Search Connectors” (*.osdx), die nichts anderes als Open Search Definitionen sind und deren zugehörige Datenbank oder Web Service lassen sich zusätzliche Quellen einbinden. Im Prinzip gibt es das, was es für Browser schon eine Weile gibt, nun auch für den Explorer. Mit dem Unterschied, dass der Explorer die Suchergebnisse darstellt und nicht eine Webseite. Eine Einschränkung gibt es aber schon. Die eingebundene Open Search muss auch gleichzeitig die Ergebnisse ausgeben und nicht nur auf eine Webseite mit den Ergebnissen verweisen.
Tas kleiste und Startmenü
Hier wurde sicherlich am offensichtlichsten gewerkelt. Bevor man Bibliotheken oder die neue Suche überhaupt wahrnehmen kann sieht man schon die neue Taskleiste. Diesmal mit der wohl revolutionärsten Änderung seit Windows 95.
Es soll Leute geben, die es ausgemessen haben (wir waren es nicht, aber wir glauben es): Oh schreck sie ist 10 Pixel höher als in Vista. Das ist aber eher weniger bedeutsam, dass sie jetzt höher geworden ist.

Viel wichtiger ist die Tatsache, dass sie jetzt in der Standardeinstellung keine Fenstertitel mehr anzeigt, sondern nur noch die Icons der Anwendung und gruppiert immer. Das kann man natürlich abstellen in dem man “Vereinen, wenn die Taskleiste voll” ist aktiviert. Diese Einstellung bringt wie “Nie Vereinen” auch gleichzeitig wieder die Fenstertitel in die Taskleiste zurück.
Wem diese 10 Pixel höhere Taskleiste zu viel sind kann natürlich auch kleinere Symbole verwenden. Dann ist sie wieder so hoch wie in Vista.
Gepinnte Anwendungen
Was früher Domäne der Schnellstartleiste war ist jetzt direkt in die normale Taskleiste eingeflossen. Die wichtigsten Anwendungen lassen sich pinnen. Funktioniert wie früher die Schnellstartleiste, jedoch lassen sich leichter Anwendungen hinzufügen.

Jumplisten
Auch im Startmenü lassen sich Anwendungen pinnen. Eine weitere Neuerungen sind so genannte Jump Lists. So kann eine Anwendung zum Beispiel beim Hovern im Startmenü die letzt geöffneten Dokumente anzeigen oder gewisse Aufgaben anzeigen (Wie im Screenshot bei “Erste Schritte” geschehen).
Auch der Rechtsklick auf eine Anwendung in der Taskleiste enthält eine Jumpliste. Dabei gibt es eine Standardliste für alle Anwendungen, jedoch können auch Anwendungen eine eigene Liste mitbringen und so die Funktion erweiteren. Mit dem Windows Mediaplayer kann man zum Beispiel Dinge machen, die vorher in der Toolbar untergebracht wurden und weiteres.
Hier einmal die Jumpliste des Live Messengers 2009
Fenstervorschau
Diese Funktion war auch schon in Windows Vista enthalten wurde aber jetzt verbessert. Über die Fenstervorschau kann man jetzt auch gleichzeitig eine Anwendung schließen. Gewisse Programme wie der Media Player erlauben sogar über das kleine Vorschaufenster eine Interaktion wie Pausieren und Starten der Wiedergabe oder das Vor und Zurück Navigieren zwischen den Titeln.
Desktop Anzeigen

Am rechten Ende der Taskleiste befindet sich eine neue Schaltfläche um den Desktop anzuzeigen. Beim reinen hovern mit der Maus werden alle Fenster via Aero Peak nur “auf Glas” geschaltet und man sieht den Desktop und die Gadgets so lange wie die Maus sich darüber befindet. Klickt man die Schaltfläche an werden alle Fenster richtig minimiert. Ein nochmaliges Klicken holt die Fenster wieder in den Vordergrund.
Informationsbereich
Neu ist natürlich, dass die ausgeblendeten Symbole nicht mehr via “Slider” ein uns ausgeblendet werden sondern in eine Art Zusatzfenster ausgelagert werden. Auch neu ist natürlich die Einstellungsmöglichkeit für die jeweiligen Anwendungen, ob man Symbol und / oder Benachrichtiungen immer angezeigt haben will.
Desktop
Themes
Mit Windows 7 wird Windows endlich so weit themingfähig, dass man ohne irgendwelche Zusatzanwendungen zu installieren (oder mit hilfe von komplizierten Dateioperationen) andere Skins installieren und erstellen kann. Das ist ein großer Schritt nach vorne, auch wenn nicht so starke Anpassungen möglich sind, wie es etwa mit WindowBlinds machbar ist.
Slideshows
Immer nur ein Hintergrundbild ist langweilig. Deswegen kann man unter Windows 7 mehrere Hintergrundbilder verwenden, die in bestimmten Zeitintervallen sich abwechseln.
Tastaturkürzel
Folgende Kürzel sind neu:
- Win+P öffnet eine Fenster zur Einstellungen für externe Bildschirme. Praktisch, wenn man zum Beispiel an einen Laptop einen Beamer oder Montor anschließt.
- Win+Space löst Aero Peak aus.
- Win+Up und Win+Down Tastaturkombination zum Maximieren und Wiederherstellen /Minimieren.
- Win+Left und Win+Right dockt das Fenster links – repektive rechts an.
- Win+Shift+Left und Win+Shift+Right verschiebt ein Fenster auf den Monitor “links” repektive rechts
- Win+G zeigt die Gadgets vor allen anderen Fenstern an (so lange bis man wieder in ein Fenster klickt).
Glaubt man der englischen Wikipedia existieren noch weitere neue Tastaturkombinationen, aber alle dort weiter genannten funktionieren derzeit scheinbar nicht.
Schriftartenverwaltung
Die Verwaltung der Schriftarten wurde überarbeitet. Das wurde auch mal langsam wirklich Zeit. Teilweise fanden sich da noch UI Elemente aus der Windows 3.11 / NT 3 Zeit.Öffnet man jetzt via Explorer eine Schriftart dann öffnet sich nach wie vor die Vorschau. Mit 7 erhält diese Vorschau jedoch gleich einen Button zum installieren des Fonts.
Fensterverwaltung
Aero Peak
Der Begrif ist schon vorher ein zwei mal gefallen. Diese Funktion schaltet einfach alle Fenster in eine transparente Glasansicht. Das heißt eigentlich wird eine Art Glasplatte statt den Fenstern angezeigt und man sieht den Desktop.
Aero Shake
Hällt man die Maus über einem normalem Fenster gedrückt und wackelt man der der Maus über dem Fensterrahmen hin und her, so werden alle anderen Fenster bis auf das mit dem gewackelt wurde Minimiert. Wiederholt man dann das gleiche wird der Zustand der anderen Fenster wiederhergestellt.
Dockingfunktionen
Die Andockfunktionen (siehe Tasturkürzel) sind auch über das Ziehen des Fensters an den Rand auslösbar. So bewirkt ein ziehen nach links ein Andocken links – ein Ziehen nach rechts lässt das Fenster rechts andocken. Zieht man es nach oben so wird es Maximiert. Zieht man ein Maximiertes Fenster nach unten so wird das Fenster in Normalzustand wiederhergestellt.
Führt man bei einem Normalen Fenster einen doppelklick auf den oberen Rand der Titelleiste aus (dort wo man normalerweise die Größe mit der Maus ziehen kann), so wird das Fenster auf die volle Desktophöhe gestreckt. Damit wird es quasi nur in der Höhe Maximiert
Sicherlich gibt es noch weitere Funktionen, aber das soll erst einmal als Übersicht genügen;)